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U3

Die pädagogische Arbeit im U3 Bereich unterscheidet sich teilweise deutlich von der Arbeit mir älteren Kindern, deshalb haben wir uns diesem Thema hier einmal ausführlich gewidmet.

Elternarbeit

Wenn die unter dreijährigen Kinder zu uns in die Einrichtung kommen, bedeutet das oft die erste große Trennung von den Eltern.

Um einen guten Start für die Kinder und Familien zu ermöglichen, ist eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern notwendig.

Gespräche sind ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit, dabei kann es um die Entwicklung des Kindes in den verschiedenen Bereichen gehen aber auch darum, was die Kinder zu Hause beschäftigt und was sie in der Zeit außerhalb des Kindergartens erleben. Ein respektvoller wertschätzender und vertrauensvoller Umgang zwischen Eltern und Erzieher/innen schafft beste Voraussetzungen, damit sich ein Kind wohlfühlt und sich in seinem eigenen Tempo gut entwickeln kann.

Da die meisten Kinder erst die Sprache erlernen wenn sie zu uns kommen, sind wir besonders daran interessiert, etwas vom Alltag der Kinder zu Hause zu erfahren. So können wir in bestimmten Situationen die Kinder besser verstehen und individuell auf sie eingehen.

Wir bieten im Laufe des Jahres einige Elternabende an, auf denen wir unsere Arbeit noch einmal transparent machen und die Familien auch die Möglichkeit haben, sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen.

Die Mitarbeit der Eltern, z.B. als Vertreter der Gruppe im Elternrat ist uns sehr wichtig. Natürlich freuen wir uns aber auch über die Unterstützung bei Festen und Aktionen.

Räumlichkeiten und Material

Die erfolgreiche Arbeit in einer U3-Gruppe stellt besondere Ansprüche an die Gestaltung und Einrichtung der Räumlichkeiten und Ausstattung mit altersgerechten Spiel- und Beschäftigungsmaterialien. Jede U3 Gruppe hat einen eigenen Gruppen-,Schlaf- und Essensraum sowie eine eigene Garderobe.

In unserem Gruppenraum findet vieles auf Kleinkind-ebene statt, so das hier überwiegend (Funktions-)Teppiche und nur ein Tisch mit kleinen Stühlen vorhanden sind.

Es gibt Möglichkeiten für Frei- sowie Rollenspiele, z.B. den Bauteppich und eine Spielküche aber auch Rückzugs- und Ruheorte wie die Kuschelecke mit Bücherkiste. Auf einer Bewegungsbaustelle können die Kinder ihre motorischen Fähigkeiten trainieren und ihrem Drang nach Aktivität nachgehen. Spielmaterial, welches die unter Dreijährigen selbstständig wählen und nutzen können, befindet sich in Kinderhöhe und an festgelegten Plätzen. So wird auch das anschließende Aufräumen erleichtert.

Es ist wichtig, das Angebot an Spielzeug, Büchern und Bastelzubehör nicht zu umfangreich ausfallen zu lassen, damit Kinder nicht überfordert werden. Besser ist es, in Abständen oder nach Interessen der Kinder zu tauschen und so neue Impulse zu setzen.

Gegenstände wie Scheren, Puzzle, Klebestifte o.ä. werden selbstverständlich so aufbewahrt, dass Kinder sie nicht erreichen können. Es ist wichtig, immer wieder zu überprüfen ob die Sicherheit in allen Bereichen gewährleistet ist.

Toilette, Waschbecken und Handtuchhalter sind in für Kinder gut erreichbarer Höhe angebracht. Ein Wickeltisch befindet sich ebenfalls im Waschraum sowie personalisierte Schubladen und Aufbewahrungskisten mit Windeln und Wechselkleidung, welche die Kinder von zu Hause mitbringen. An der Garderobe hat jedes Kind einen festen Platz für seine Sachen. Dieser ist, wie der Handtuchhalter im Waschraum mit einem Foto oder Zeichen gekennzeichnet. Es ist wichtig, dass Eltern Hausschuhe, Regenkleidung, Gummistiefel usw. mit Namen versehen, damit es nicht zu Verwechslungen kommt.

Im Schlafraum befindet sich für jedes Kind ein altersgerechtes Bett. Je nach Vorlieben bringt das Kind seinen Schnuller, ein Kuscheltier oder Schmusetuch von zu Hause mit. Der Schlafraum lässt sich gut abdunkeln, so dass ein idealer, gemütlicher Rückzugsort zum Ausruhen und schlafen geschaffen wird. Bei Bedarf lässt sich der Schlafraum im Vormittagsbereich auch als Platz zum Spielen oder besondere Angebote nutzen.

Unsere Mahlzeiten nehmen wir in einem gruppeneigenen Esszimmer gemeinsam ein. Auch hier hat jedes Kind einen festen Sitzplatz. Die Erzieher/innen setzen sich dazu. Bei Bedarf sind die Hochstühle mit einem Schutz vor dem Herunterfallen ausgestattet. Lätzchen sind vorhanden.Das Geschirr sowie Besteck ist altersgerecht aber natürlich werden die Kinder individuell auf ihrem Weg zum selbstständigen essen begleitet.

Bewegung und Ruhe

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Zeiten der Bewegung und Ruhe ist im U3 Bereich besonders wichtig.

Im Tagesverlauf bieten wir den Kindern ihren Bewegungsdrang in den Räumlichkeiten oder draußen auszuleben. Dies geschieht z.B. durch Spiele und Lieder im Morgenkreis, im Freispiel oder bei angeleiteten Aktionen sowie bei Erkundungen der unterschiedlichen Untergründe des Außengeländes, Fahren mit Bobbycar oder ähnlichen Fahrzeugen, spielen im Sand, Schaukeln und so weiter. Die Kinder erkunden aktiv ihre Umwelt wodurch die Selbstständigkeit und das Vertrauen in eigene Fähigkeiten gefördert werden. Durch Beobachtungen können die Erzieher/innen die Kinder individuell in ihrerEntwicklung unterstützen.

Neben Phasen der Aktivität benötigen die Kinder aber auch die Möglichkeit sich zu entspannen und das Erlebte reflektieren und verarbeiten zu können.

In unseren U3 Gruppen halten die Kinder nach dem gemeinsamen Mittagessen einen Mittagsschlaf. Schon beim Ausziehen der Alltagskleidung und dem Angebot noch ein Bilderbuch anzuschauen bis alle fertig sind, kommen die Kinder zur Ruhe. Sanfte Musik und die Begleitung durch eine/n Erzieher/in lassen die Kinder gut einschlafen.

Durch diese Ruhephase können sie ihre Energie auftanken und wieder frisch durchstarten.

Der Tagesablauf

In der pädagogischen Arbeit mit unter 3-Jährigen ist eine feste Struktur im Tagesablauf nötig, um den Kindern Sicherheit zu geben.

Es gibt festgelegte Bring- und Abholzeiten und die Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen und Kusperkränzchen) finden zu immer gleicher Uhrzeit statt.

Täglich wird in den Gruppen ein Morgenkreis abgehalten, dessen Ablauf sich immer wiederholt. Rituale sind in diesem Alter sehr wichtig für die Kinder.

Durch das Besprechen des bevorstehenden Tagesablaufs im Morgenkreis erlangen die Kinder ein Gefühl von Sicherheit und können sich auf das Kommende einstellen.

Es gibt Phasen des Freispiels und situationsorientiert oder nach Interessen der Kinder Bewegungsangebote, hauswirtschaftliche Aktivitäten und Kreativangebote. Diese können sowohl drinnen als auch draußen stattfinden.

Nach dem Mittagessen gibt es für alle Kinder der U3 Gruppen eine Ruhezeit in den jeweiligen Schlafräumen. Auch in dieser Phase des Tages gibt es einen wiederkehrenden Ablauf und Rituale. Nach dem Schlafen werden die ersten Kinder abgeholt. Die Verbleibenden können miteinander spielen, kreativ sein oder die Zeit im Garten verbringen. Um 15 Uhr gibt es das Kunsperkränzchen. Ab 15:30 bis 17:30 Uhr beginnt die letzte Abholphase. Der Spätdienst findet ab 16:30 Uhr für Kinder aus allen Gruppen im Wintergarten statt.

Bei besonderen Anlässen wie z.B. Geburtstag eines Kindes, Kindergartenfesten, Weihnachten, Ostern etc. gibt es Abweichungen in dem bekannten Tagesablauf. Auch das wird mit den Kindern thematisiert.

Pädagogik und Ziele

Eine behutsame Eingewöhnung ist die Voraussetzung für einen guten Start in die Kindergartenzeit. Wir schaffen eine Atmosphäre, die eine sichere Bindung zu den Erzieher/innen ermöglicht und in der sich groß und klein wohlfühlen.

Wir begleiten, fördern und fordern die Kinder in allen Bildungsbereichen nach individuellen Bedürfnissen.

Durch einen strukturierten Tagesablauf bieten wir den Kindern einen sicheren Rahmen um sich frei entwickeln zu können. Wir schaffen die Balance zwischen Freiräumen und notwendigen Grenzen/Regeln damit die Kinder ihre Neugierde und ihren Drang nach Bewegung befriedigen können.

Gruppenstruktur

Jede Gruppe hat ihre eigenen Gewohnheiten und Rituale, die das Gruppenleben prägen.

Jedes Kind hat eine feste Gruppenzugehörigkeit und somit einen vertrauten, verlässlichen Rahmen, in dem es sich bewegt. Nach dem Mittagschlaf reduziert sich die Kinderanzahl, so dass beide U3 Gruppen zusammengelegt werden können. So lernen sich alle Kinder unabhängig der Gruppenzugehörigkeit kennen- ebenso sind alle ErzieherInnen vertraut.

Jedes kleine Kind erfährt in der Gruppe individuelle Zuwendung und Förderung. Die Räume sind so gestaltet, dass auf die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Kleinen eingegangen werden kann. Der Tagesablauf ist flexibel an den Bedürfnissen der Kinder orientiert. Ein einjähriges Kind hat zum Beispiel ein anderes Schlafbedürfnis, als ein zweijähriges.

In der Gruppe wird jedes Kind als Persönlichkeit wahrgenommen, wertgeschätzt und beachtet. Wir fördern die Stärken der Kinder und unterstützen sie, Schwächen und Schwierigkeiten zu meistern.

Pflege, Wickelbereich und Sauberkeitserziehung

Die Pflege nimmt im Alltag einen Großteil der Zeit in Anspruch. Am Anfang übernehmen die Erzieher die Pflege des Kindes, je nach Entwicklungsstand.

Die Zeit der Pflege ist ein wichtiger Baustein für Kommunikation und Kooperation. Das Kind gestaltet dabei die Pflegesituation aktiv mit (holt eine Windel aus seinem Fach, klettert alleine die Treppe zum Wickelbereich hinauf).

Gewickelt wird immer nach dem persönlichen Rhythmus des Kindes und vor und nach den Mahlzeiten, vor und nach dem Schlafen.

Das Wickeln ist nicht allein das Säubern eines Kindes. Der Erzieher hat Gelegenheit, sich jedem einzelnen Kind zuzuwenden, mit ihm zu sprechen, seine Befindlichkeit zu beobachten. Besonders wichtig erscheint es uns in dieser sehr intimen Situation, eine vertrauensvolle Atmosphäre von Wärme und Geborgenheit zu schaffen, so dass sich jedes Kind mit seiner individuellen Persönlichkeit angenommen und verstanden fühlt.

Gerade in der Eingewöhnungszeit achten wir darauf, dass das Wickeln und die gesamte Sauberkeitserziehung von einer vertrauten Person übernommen wird.

Mit fortschreitender Entwicklung unterstützen wir das Kind zur selbstständigen Körperhygiene, indem wir es anleiten und unsere Hilfe anbieten. Das Kind baut eine natürliche Beziehung zum Körper auf, dies kann durch Körperpflege geschehen. Dazu gehören Hände und Gesicht waschen, Nase putzen, das Eincremen.

Ein wichtiger Bestandteil nach jeder Mahlzeit ist das selbstständige Säubern jedes Kindes. Die besondere Erfahrung ist die Entdeckung des eigenen Spiegelbildes des Kindes.

Besonders im Bereich der Sauberkeitserziehung ist es wichtig, den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes zu berücksichtigen und die Gestaltung des Tagesablaufes entsprechend auszurichten. Mit Ruhe, viel Zeit und Geduld begleiten wir die Kinder in dieser wichtigen Phase ihrer Entwicklung.