Informationen zum Coronavirus

 

1.) Coronavirus, Sars-CoV-2, Covid-19 - Wozu der Sprachwirrwarr?

Bei dem neuen Krankheitserreger, der gerade um die Welt geht, handelt es sich um ein Virus. Es gehört zur Familie der Coronaviren. Es gibt also verschiedene Coronaviren, nicht nur ein einziges Coronavirus.

Wenn man präzise sein möchte, sollte man lieber von Sars-CoV-2 sprechen. Diese Abkürzung steht für „Severe Acute Respiratory Syndrom - Coronavirus 2“, der erste Teil bedeutet übersetzt „Schweres Akutes Atemwegs-Syndrom“.

Nicht jeder Mensch, der sich mit Sars-CoV-2 ansteckt, wird davon auch krank. Bei vielen Menschen treten keine oder nur geringe Krankheitszeichen auf. Wenn jemand aber richtig krank wird, dann nennt man diese Krankheit „Covid-19“ (das steht für „Corona-Virus-Disease (Corona-Viren-Erkrankung)“.

 

2.) Wie wird das Coronavirus übertragen?

Auf jeden Fall wird Sars-CoV-2 durch Tröpfchen übertragen. Also durch Flüssigkeiten, die beim Husten oder Niesen aus Mund und Nase kommen und die ein anderer Mensch dann einatmet oder mit Viren-verschmutzten Händen in Mund oder Nase einbringt.
Es gibt Anzeichen dafür, dass man sich auch anstecken kann, wenn man diese Tröpfchen ins Auge bekommt oder sich mit Viren-verschmutzten Händen ins Auge reibt.
Andere Übertragungswege sind teilweise noch umstritten, können aber nach derzeitigem Stand eher vernachlässigt werden.

 

3.) Woran merke ich, dass ich mich mit dem Coronavirus angesteckt habe?

Die allermeisten Menschen merken von einer Infektion sehr wenig, allenfalls ein paar typische Erkältungssymptome wie leichtes Fieber, etwas Husten und Schnupfen, Kratzen im Hals und Abgeschlagenheit, selten etwas Durchfall.
Nur bei wenigen Infizierten kommt es zu größeren Problemen, bei denen dann vor allem Luftnot im Vordergrund stehen kann.

 

4.) Was mache ich, wenn ich den Verdacht habe, dass ich infiziert bin?

Vorneweg: Im Moment haben sehr viele Menschen eine leichte Erkältung. Das ist kein Grund, Angst zu haben oder gar Panik zu schieben!

Wenn Ihr aber Kontakt mit jemandem hattet, der oder die infiziert ist, solltet Ihr genauer aufpassen. Das gilt ebenfalls, wenn Ihr aus einem ausgewiesenen Risikogebiet zurückgekehrt seid. In diesem Fall solltet Ihr einen Arzt aufsuchen und Euch auf Sars-CoV-2 untersuchen lassen. ABER: Bitte geht nicht einfach so zur Ärztin und hustet dort das Wartezimmer voll! Ruft stattdessen vorher an und sagt am Telefon auch, warum Ihr zur Risikogruppe gehört. Dann wird alles Weitere mit Euch vereinbart!

 

5.) Wie kann ich mich vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen?

Auch, wenn Ihr das schon hundertmal oder öfter gehört habt: Händewaschen ist ganz wichtig! Möglichst oft und möglichst gründlich - empfohlen werden mindestens 30 Sekunden. Praxistipp: dabei zweimal „Happy Birthday“ singen, dann hat man die Zeit ungefähr erreicht. Wenn Ihr unterwegs seid und die Hände daher nicht waschen könnt, leistet ein Hände-Desinfektionsmittel gute Dienste. Diese Mittel sind gerade teilweise schwer zu bekommen, aber man kann sie in der Apotheke mischen lassen. Zur Not geht auch reiner „Isopropylalkohol“, den man ebenfalls in der Apotheke kaufen kann.

Unnötige Umarmungen und Wangenküsschen solltet Ihr vermeiden, Händeschütteln natürlich ebenfalls. Wenn es unbedingt sein muss, sofort im Anschluss die Hände wie oben beschrieben waschen! Aber es geht tatsächlich auch ohne Händeschütteln und niemand sollte es anderen Menschen übelnehmen, wenn sie auf diese Form der Begrüßung verzichten möchten. Ihr könnt ja stattdessen einfach Eure Ellenbogen aneinander stoßen, um Sympathie auszudrücken.

Außerdem solltet Ihr einen gewissen Abstand zu anderen Menschen einhalten, Experten empfehlen 1 bis 2 Meter. So verringert Ihr das Risiko, von umherfliegenden Tröpfchen (Speichel/Auswurf) Eures Gegenübers getroffen zu werden. 6.) Muss ich eine Schutzmaske tragen?

 

7.) Wie soll ich mich jetzt ernähren, um mich vor dem Virus zu schützen?

Eines gleich vorweg: Es gibt KEIN Wundermittel gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus. Fallt nicht auf falsche Versprechungen herein, viele Scharlatane wittern derzeit gute Geschäfte.

Wer sein Immunsystem – also die körpereigenen Abwehrkräfte – unterstützen möchte, der sollte auf eine ausgewogene Ernährung achten und ausreichend trinken! Zur ausgewogenen Ernährung sollten ordentlich Obst und Gemüse gehören, außerdem gern jeden Tag ein paar Nüsse.
Trinken ist so wichtig, weil wir so einem Austrocknen der Schleimhäute vorbeugen können. Wenn unsere Schleimhäute trocken werden, lassen sie Krankheitserreger leichter durch, wir stecken uns also schneller an.

Alkohol und Zigaretten schwächen unsere Abwehrkräfte übrigens. Jetzt ist also genau die richtige Zeit, um mal eine Weile zu fasten oder mit dem Rauchen aufzuhören und sich somit bestmöglich zu wappnen!

Wenn Ihr selbst niesen oder husten müsst, macht das am besten in ein Papiertaschentuch, das Ihr gleich danach in einen Mülleimer entsorgt. Falls kein Taschentuch zur Hand ist, niest oder hustet bitte in Eure Ellenbeuge! NICHT IN DIE HAND! Eure vollgenieste Kleidung könnt Ihr später durchwaschen - Auswurf oder Speichel an der Hand ist eine Gefahr für Eure Umwelt, weil er von da weiter geschmiert wird (Türklinken, Kleingeld, Ladentheke…).

Menschenansammlungen würde ich derzeit meiden, wenn es nicht anders geht. So lässt sich das Risiko minimieren, sich selbst anzustecken oder die Krankheit zu verbreiten.

 

8.) Wer ist besonders gefährdet?

Nach derzeitigem Stand gibt es ein paar Risikogruppen, bei denen eine Infektion gehäuft schwer verläuft:

- Menschen mit Vorerkrankungen, vor allem mit vorbelasteten Lungen
- Männer
- Menschen über 65

Vor allem ältere Männer sind also ganz besonders schutzbedürftig. Darauf müssen wir als Gesellschaft achten. Wir müssen alle gemeinsam auch für unsere älteren Mitmenschen mitdenken. Passt auf Eure Eltern auf und nehmt Euch die Zeit, ihnen die angemessenen Verhaltensregeln zu erklären. Sorgt am besten auch jetzt noch dafür, dass sie eine Grippeimpfung bekommen, falls das nicht schon passiert ist. Die Grippesaison ist zwar bald vorbei, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht. Und ab der nächsten Saison denken wir dann hoffentlich alle daran, uns rechtzeitig gegen die Grippe impfen zu lassen.

 

9.) Was hat Corona mit der Grippe zu tun?

Auf den ersten Blick nichts, denn es handelt sich um zwei ganz unterschiedliche Erreger.
Auf den zweiten Blick dann aber doch eine ganze Menge! Warum? Weil durch das gleichzeitige Auftreten dieser Epidemien sowohl unsere persönliche Gesundheit als auch unser ganzes Gesundheitssystem einer besonderen Belastung ausgesetzt sein können!

Stellt Euch vor, Ihr bekommt zunächst die Grippe, die ja gerade umgeht. Das ist eine sehr schwere Erkrankung, an der jedes Jahr viele Menschen sterben. Diese Krankheit kann den Körper ganz schön auslaugen und schlapp machen! Wenn Ihr Euch dann zusätzlich zur Grippe auch noch mit Sars-CoV-2 ansteckt, hat das neue Virus leichtes Spiel und kann direkt so richtig reinhauen und Euren eh schon angeschlagenen Organismus noch viel weiter runterziehen. Das kann gefährlich sein. Funktioniert natürlich auch umgekehrt - wenn der Körper durch eine Infektion mit dem Coronavirus gelitten hat und sich dann eine Virusgrippe dazu gesellt, ist das ebenfalls sehr schlecht für uns.

Aber auch für das Gesundheitssystem bzw. die Krankenhäuser kann das gleichzeitige Auftreten dieser beiden Epidemien zu Problemen führen, denn diese Doppelbelastung kann die Kliniken an die Kapazitätsgrenzen führen. Eine internistische (Intensiv-)Station im Krankenhaus hat ja nur eine begrenzte Anzahl an Betten. Wenn diese Betten bereits mit Grippepatienten belegt sind, und dann plötzlich nochmal die gleiche Zahl an Corona-Patienten dazu kommt, wird es heikel. Wo sollen die denn alle gleichzeitig hin? In diesem Fall stößt das System an seine Grenzen.

Deshalb versuchen wir momentan, die Situation soweit wie möglich zu entspannen. Dazu kann jeder von uns aktiv beitragen! Erstens, indem wir die schon benannten Verhaltensregeln beachten (Händewaschen, in Taschentuch oder Armbeuge niesen/husten, Abstand halten). Zweitens, indem wir uns gegen die Grippe impfen lassen. Ja, auch jetzt noch! Die Impfung tut nicht weh, ist nicht schlimm und macht nicht krank, also keine Bange!

 

Zum Schluss noch eine wichtige Sache:

Man hört oder liest im Moment immer wieder Dinge wie „Das ist doch alles Panikmache, vor der Grippe warnt ja auch keiner!“ oder so ähnlich. Das stimmt nicht. Wir Ärzte mahnen Euch jedes Jahr aufs Neue, Euch gegen die Grippe impfen zu lassen. Leider hören die wenigsten von Euch zu! Wir haben als Gesellschaft das Glück, dass gegen die Grippe eine Art Basisimmunität besteht, dass also etwa 20 % der Bevölkerung gegen die jeweils umgehende Grippe geschützt sind. Dieser „Puffer“ bewahrt unsere Gesellschaft vor einer galoppierenden Ausbreitung der Grippe.

Sars-CoV-2 ist aber ein absolut nagelneues Virus, es gibt keine Grundimmunität in der Gesellschaft. Das macht es besonders infektionsstark und das ist der Grund, warum wir jetzt alle gemeinsam sehr vorsichtig sein und an einem Strang ziehen müssen.

Panik? Nein. Aber Vorsicht sollten wir auf jeden Fall walten lassen!

Wenn Ihr Euch weitergehend informieren möchtet, lege ich Euch die Seiten vom Robert-Koch-Institut ans Herz:
https://www.rki.de/…/Inf…/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

So richtig guten Lesestoff gibt es auch bei Spektrum:
https://www.spektrum.de/medizin

 

(Dr. Sebastian Pleuse)

 

Informationen zu Corona auf kita.nrw.de

Auf der Internetseite kita.nrw.de finden Sie alle aktuellen Informationen bezüglich der derzeitigen Coronaregelungen in Bezug auf Kindertageseinrichtungen.